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Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt
Der Minister
An
BbS III Halle (Saale)
Hr.Prinz Schulleiter
Dreyhauptstraße 1
06108 Halle (Saale)
28.11.2000
Sehr geehrter Herr Prinz,
Schülerinnen und Schüler Ihrer Schule, allen voran Tabea Schwan und Enrico Pschibert, haben sich mit ihrem Videofilm "Wohin mit meiner Wut?" um den Jugend-Kultur-Preis des Landes Sachsen-Anhalt 2000 beworben. Die Jury hat diesen Film und die gesamte Projektarbeit mit dem dritten Preis, dotiert mit 3.000 DM, gewürdigt. Sie begründet ihren Beschluß so:
"Dem Videofilm vorausgegangen ist eine Kollektion von Plakaten und die Dokumentation ihrer Entstehung - Materialien einer Ausstellung, mit denen junge Leute wach, emotionsgeladen und mit einem mitreißenden und überzeugenden Kommunikationsangebot auf brisante Alltagsfragen und soziale Randerscheinungen der Gesellschaft reagieren. Wut, Angst, Gewaltbereitschaft - das sind nicht nur aktuelle Themen in radikalen Szenen und Randgruppen. Sie haben viele Gesichter und Ausdrucksformen.
Es kann und darf keine Toleranz, kein Wegblicken, kein Schulterzucken gegenüber extremen, undemokratischen Ideen und Aktionen geben. Demokratie muß streitbar sein und notfalls unnachgiebig gegen jeden, der ihre Werte und Strukturen schmäht, angreift und zerstören will.
Es ist beispielhaft, mit welcher Ausdauer, Lernbereitschaft, Akzeptanz der Meinungen während des Arbeitsprozesses an diesem Film die Projektgruppe zu einem Ergebnis gekommen ist, das sowohl medien-ästhetisch als auch kulturpädagogisch wirkungsvoll sehr nachhaltig etwas stiftet: Nachdenklichkeit, Selbstbefragung und Bereitschaft zum Gespräch bei jungen Leuten unterschiedlichen Denkens und Handelns. "Wohin mit meiner Wut?" ist ein Film, der zum Abbau der häufig beschworenen Politikverdrossenheit beitragen kann und zur Öffnung für Wunschvorstellungen nach einer lebenswerten Zukunft.
Er fördert das Selbstvertrauen in Zivilcourage und die Notwendigkeit gewaltfreien Umgangs aller miteinander gleichermaßen. Der Film ist für den Einsatz im Ethik- und Sozialkundeunterricht an Schulen, aber auch bei themenorientierten Projekttagen und Workshops in der freien Jugendkulturarbeit zu empfehlen. Er überragt das medienspezifische und das Thema bewältigende Niveau vergleichbarer Projektarbeiten dieser Altersklasse bei weitem."
Ich gratuliere der Schule, Ihrer Gestaltungs- und Medienwerkstatt und vor allem natürlich dem Film-Team herzlich für diese so engagierte und gelungene Projektarbeit. Ich wünsche allen jugendlichen Beteiligten einen guten Einstieg in ihre künftigen Berufe. Leben Sie den Grundkonsens, den Sie in Ihrem Film darstellen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr.Gerd Harms
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