Unser Sportfest

Am Donnerstag den 3. Juli, fand auf einem Neustädter Sportplatz ein lange vermisstes Ereignis statt. Die Berufsbildende Schule J. Ch. v. Dreyhaupt beging ihr diesjähriges Sportfest. Nachdem Herr Prinz, der Direktor der Schule, bei der Eröffnungsrede erklärte, dass dies „fast“ das erste Sportfest seit der Wende sei, ließ es niemanden weiter wundern, dass der Versuch sich am Basketballplatz auf zustellen doch sehr an „die guten alten“ Pionierzeiten erinnerte. Nach einer professionell durchgeführten Anwesenheitskontrolle, die zur Motivation aller Beteiligten drei mal am Tag gemacht werden sollte und der anschließenden Begrüßungsrede und der Überwindung technischer Schwierigkeiten, konnten die Spiele endlich beginnen. Vertreten waren Basketball, Volleyball und Fußball. Persönlich war ich nur wegen den Volleyballspielen anwesend und da gab es auch eine Menge zu sehen. Als erstes traten die „Golden Girls“ mit großartigem Mut aber noch ungelenkter Schlagkraft gegen die „gelben Engel“ an, von welchen sie mittels fieser Finten mit 20 : 17 besiegt wurden. Auf dem zweiten Feld arbeiteten sich die „Medienfuzzies“, die einen beachtlichen Fanblock hatten, gegen die „Spezies“, die unter einer anfänglicher Unsicherheit litten, mit ebenfalls 20 : 17 Punkten zum ersten Sieg. In der zweiten Runde standen sich „Army of Darkness“ , die eine gute Technik vorwiesen und die „Scary Touris“, die durch Kraft in den Unterarmen gewannen, gegenüber. In dieser Runde kämpften dann auch meine persönlichen Favoriten die „Medienfreaks“ gegen die „Modern Pussies“. Leider nahmen die „Medienfreaks“ das (nur aus Damen bestehende) gegnerische Team anfangs nicht ganz Ernst und gaben deswegen einen schwachen Start. Auch war eine gewisse Verwirrung und später einsetzende Frustration zu erkennen. Die „Modern Pussies“ versuchten ihre Körpergröße mit Lautstärke und Schlagkraft auszugleichen und blieben bis zum Schluss motiviert. Punkt an Punkt blieb der Spielverlauf bis zum Ende knapp. Doch meine Favoriten gingen mit 21 : 18 erfolgreich aus dem Spiel. Des weiteren versuchten sich die „Service Gurus“ mit versteinerten Minen gegen die vom Publikum gefeierten „Medienfuzzies“ durchzusetzen, was ihnen nicht gelang. Last but not least waren da auch die Kochlöffel vertreten. Ihre ersten Versuche sahen gar nicht gut aus, sie waren sich uneinig und die Richtung des Balls lag häufig daneben. Doch durch geschicktes Geplänkel im Netzbereich und wendigen Einsatz arbeiteten sie sich stetig vorwärts. 
Besonders angenehm war dieser Tag für unsere Lehrer, die entweder wie Herr Schwenzer (Gestaltung) unentwegt ihrer Klasse Mut und Begeisterung vermittelten oder die Zeit nutzten um entspannt das Arbeitsklima aufzufrischen. Neben der Kritik an den „ewigen“ technischen Schwierigkeiten, bemerkte Frau Böge(Marketing), dass dieser Tag gut für die „Corporate Culture“ sei. Sie stimmte mir zu, das dieses Ereignis ideal dazu geeignet ist, die berufsschulbedingten Klassenunterschiede zu überwinden. Zwischendurch fand sich die Gelegenheit, Herrn Prinz und Herrn Müller(Sport) zu fragen, warum solange kein Sportfest mehr stattgefunden hatte. Hauptsächlich lag es daran, dass Herr Müller lange Zeit der einzige Sportlehrer an der Schule gewesen ist. Es gab Anfang der 90er Jahre mal ein Sportfest, dessen Schwerpunkt allerdings auf Leichtathletik und Staffelspielen lag. Jedoch traf das nicht auf allzu viel Begeisterung unter den Schülern. Die Mannschaftsspielarten laufen wesentlich besser. Für die kommenden Jahre ist geplant noch mehr Jahrgänge der Schule mit einzubinden, vor allem die Teilzeitschüler, die jetzt schon Ferien haben. Außerdem soll zusätzlich Handball gespielt werden und mehrere „kleine“ Sportarten wie Dart, Büchsenwerfen, Walking oder Ähnliches. Beide zeigten sich sehr glücklich über die tolle Zusammenarbeit mit der Humboldtschule, die den Platz mit zur Verfügung gestellt hatte. Das vorletzte große Ereignis dieses Tages war das Fußballfinale. Hier standen sich die „Komakolonne“ und die „Küchenbrigade in einem erbitterten Kampf gegenüber. Wechselhaft hatte sich das Wetter gegeben, doch nun kam noch einmal die Sonne heraus um das Tor der „Komakolonne“ zu beleuchten, wo sich anfangs alles abspielte. Als hätten sie es nicht nötig verschenkte die „Küchenbrigade“ eine Torchance nach der Anderen. Die ersten 10 Minuten waren so ermüdend, dass direkt neben mir jemandem der Autoschlüssel in ein offenes Gulliloch fiel, welcher unter einem gewagten Eingriff gerettet werden konnte. Doch dann fiel in der 11. Minute ein grandioses Tor zugunsten der „Komakolonne“. Und diese großartige 11. Minute machte sich auch die „Küchenbrigade“ zu Nutze und schoss ebenfalls ein Tor. Das übrig gebliebene Publikum fieberte schon einem sich endlos hinziehenden Elfmeterschießen entgegen, doch die 13. Minute entschied das Spiel. Unter unerträglichem Jubel von der Südseite versetzte die „Komakolonne“ den Jungs aus der Küche den letzten Stoß. 12:45 Uhr war das Spiel zu Ende mit 2:1 für die „Komakolonne“. Auf dem Basketballplatz, auf dem alles begonnen hatte, sollte dieser von Siegen und Niederlagen geprägte Tag beschlossen werden. Mit Hilfe von 6 Lehrern wurden den Gewinnern und all denen, die nah dran waren, Preise in Form von chic entworfenen Schul-T-Shirts und Urkunden übergeben. Trotz ihres starken Einsatzes belegten meine Favoriten (unverdienterweise) nur den 5.Platz. Mit dem guten Gefühl, dass der Spaß auch nächstes Jahr wieder stattfindet, ging das Sportfest zu Ende. 

 
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