Tag der Offenen Tür am 07.03.2001
Berufsbildende Schulen III Halle (Saale)
Johann Christoph von Dreyhaupt

Schultests Teil III
Tag der Offenen Tür in der Hallenser Dreyhauptschule
von Mathias Tantius (MT00A)

Man kennt das ja: jede Schule, Fachhochschule und Universität hat ihren Tag der Offenen Tür. Dieser findet für gewöhnlich einmal im Jahr statt und hat den Zweck, der interessierten Öffentlichkeit einen Einblick in die Möglichkeiten der Ausbildungsstätte zu gewähren. Und genau so hält es auch die Berufsbildende Schule III "Johann Christoph von Dreyhaupt" der Stadt Halle (Saale). Am 7. März öffnete sie, schon lange angekündigt, unter dem Motto "Alle guten Dinge sind Drey" ihre Pforten. Und das konnte man dann auch an einer allgemein sichtbaren Verwandlung erkennen: überall standen beratungswillige Lehrer an Pulten, winkten mit Informationsbroschüren und Beratungsgesprächen, um die teils mit ihren Eltern erschienenen Jugendlichen anzulocken und für die Schule zu werben. Für den Besucher waren an allen wichtigen Stellen des Gebäudes Hinweisschilder angebracht, und um ja keine Verirrungen zu riskieren, fand man, wenn man gar nicht mehr weiter wusste und den Kopf hängen ließ, auf dem Boden aufgeklebte neonfarbene Richtungspfeile, die zur weiteren Besichtigung einluden. Und so eröffneten sich selbst für ansässige Schüler völlig neue Einblicke. Wahrlich, es waren alle Vorkehrungen getroffen worden, sich von der besten Seite zu zeigen.
Von 8:00 bis 14:00 konnten ganze Schulklassen an Führungen und Kabinettsbesichtigungen teilnehmen, sämtliche wichtigen Räume standen sperrangelweit offen und selbst für das leibliche Wohl wurde gesorgt. So kam man an einem speziell für diesen Tag eröffneten Restaurant der Schüler vom Fachbereich Ernährung/Hauswirtschaft nicht vorbei. Kein Wunder, denn hier bekam man für nur 50 Pfennig pro Portion Kulinarisches wie Asiatisches Wokgemüse oder Mango-Guaven-Milch serviert. Ein Luxus, der das Jahr über sonst nur der Lehrerschaft vergönnt ist, der aber bestens geeignet ist, um Neuzugänge anzuwerben.
So, immer fein den Orientierungspfeilen nach und schon befand man sich eine Etage höher und konnte im Raum PC29, einem Computerkabinett, nach Belieben im Internet surfen oder sich bei Herrn Wille über die Ausbildungsrichtung Touristik informieren. Nur ein paar Meter weiter warteten auch schon Herr Stephan und einige Schüler der Medientechnikerklasse von 1999 im Studio auf Neugierige. Studio- und Kameratechnik waren die Themen, und wer nicht aufpasste und sich direkt vor die Bluebox setzte, konnte sich auf einem Monitor bewundern, wie ihn verschiedene Hintergründe an alle Orte der Welt beförderten. Diese mit teurer Technik bestückten Räume werden zur Ausbildung gestaltungstechnischer AssistentInnen zum Beispiel in den Bereichen Medientechnik oder Medien/Kommunikation verwendet. Weiter ging's ins Dachgeschoss des Hauptgebäudes, hier befindet sich das Atelier. Es galt nun, sich einen Überblick über Schüler- und Projektarbeiten zu machen. Eine Ausstellung von Fotoarbeiten, Zeichnungen, Collagen, Präsentationen eines Projektfilmes und angewandter Digitalfotografie und noch vieles mehr boten die Lehrer und Schüler der Ausbildungsgänge Mode-, Grafik- und Screen-Design, sowie die Schauwerbegestalter und Medienkommunikationsassistenten. Wer wollte, wurde über alles informiert und beraten. Besonders interessant war der neu aufgenommene Bildungsgang Foto-Design. Damit beweist die Schule, dass sie den Nerv der Zeit getroffen hat und sich vor allem auf dem Gebiet der Neuen Medien in nichts etwas nachsagen lässt. Zwischendurch konnte man sich im extra eingerichteten Medien-Café einfinden und sich für das ab 14:30 in der Aula stattfindende Programm etwas sammeln. Dort fanden die "Golden Hand Awards" der Fachoberschule für Gestaltung statt. Die Schüler stellten ihre selbstgefertigten Design-Objekte in den Rubriken Foto, Malerei, Mode, Möbel, Natur sowie Spiegel- und Wandschmuck vor. Eine gelungene Präsentation, doch das Highlight und der Ausklang des Tages war eindeutig die Modenschau der Modedesignerklassen von 1999 und 2000. Es gab jede Menge Eigensinn und Individualität zu bewundern und die einzelnen Arbeiten wurden mit sichtlichem Stolz zur passenden musikalischen und, mittels Videowand, optischen Untermalung präsentiert. Natürlich ging bei der ganzen Aufregung auch so einiges schief, falsche Musik zu falschem Modell, einmal wurde sogar eine Kreation völlig vergessen, worauf sich ihr Träger lautstark mit "Ihr braucht mich nicht, OK, OK!" zu erkennen gab. Aber das tat dem Ganzen keinen Abbruch. Hinter den Kulissen gibt's bekanntlich immer etwas Stress, dennoch stimmte am Ende das Gesamtbild. Das bestätigte auch die in komplettem Karolook auftretende angehende Modedesignerin Dajana Jödicke: "Wenn meine Nählehrerin wüsste, wie das Ding von innen aussieht - so oft habe ich das umgenäht - die würde mich nicht mehr kennen wollen! Aber schick isses, was?"
Und in der Tat, an diesem Tag zeigte sich die Dreyhauptschule ganz einfach so, wie sie ist: Jung, leicht durcheinander, aber am Ende kommt immer etwas Gekonntes dabei heraus.

 
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